Arbeitskreis CSR-Kommunikation von DNWE und DPRG tagt bei der GIZ in Eschborn / Fachaustausch mit Kommunikations- und Nachhaltigkeitsexperten von GIZ und dem Rat für Nachhaltige Entwicklung zum Thema CSR-Berichtspflicht

Die CSR-Berichtspflicht der EU, die zukünftig eine Berichterstattung von nicht-finanziellen Informationen für große kapitalmarktorientierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern vorsieht, stand im Zentrum der Veranstaltung zum Thema CSR-Kommunikation, die der gemeinsame Arbeitskreis von DNWE und DPRG am 30.01.2017 initiiert hatte. Gastgeber war die GIZ in Eschborn.

 

AK-Sitzung: Review und Planung verschiedener Projekte wie CSR-Kommunikationskongress 2017

Die interne AK-Sitzung war trotz widriger Wetterverhältnisse mit mehr als 35 Teilnehmern sehr gut besucht. Die Mitglieder des Vorstands von DPRG und DNWE, Thomas Zimmerling und Dr. Frank Simon erläuterten den Teilnehmern kurz wesentliche strategische Eckpunkte der beiden Organisationen und vor allem die jeweilige Positionierung des Themas CSR. Über die wichtigsten Aktivitäten des AK innerhalb der vergangenen Monate informierten die AK-Leiter Nicole Roschker, Riccardo Wagner und Dr. Frank Simon. Hierzu zählten u.a. der erfolgreicher 1. Deutschen CSR- Kommunikationskongress sowie die Publikation „CSR und Interne Kommunikation“, die in Kürze im Rahmen der Serie CSR-Management des Springer Verlags erscheint. Die AK-Leitung stellte ein ausführliches Feedback der Teilnehmer und Partner des CSR-Kommunikationskongresses vor, ebenso Details der laufenden Planung des nächsten CSR- Kommunikationskongresses, der am 9. und 10. November 2017 wiederum in Osnabrück und in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt stattfinden wird. Experten von DNWE und DPRG tauschten sich im Rahmen der weiteren Sitzung intensiv aus, so auch zu weiteren möglichen Projekten. So wurden neue Arbeitsgruppen vorgeschlagen, die sich u. a. mit Tools zur Sammlung von CSR-relevanten Daten in Unternehmen zur Vorbereitung von Nachhaltigkeitsberichten beschäftigen oder der Frage nachgehen wollen, wie Unternehmen ihre Einstellung zu den Zielen der Agenda 2030 der Vereinten Nationen ermitteln und kommunizieren können. Ebenso nahm die Frage breiten Raum ein, ob, in welcher Form und mit welchen Erfolgsaussichten der laufende Gesetzgebungsprozess zur Umsetzung der CSR-Richtlinie noch beeinflusst werden könne.

 

Fachaustausch zum Thema CSR-Berichtspflicht und integrierte Kommunikation

Die Leiterin der Unternehmenskommunikation der GIZ, Dr. Sabine Tonscheidt, begrüßte die rund 80 Teilnehmer der abendlichen Fachveranstaltung des Arbeitskreises: „Das Thema Nachhaltigkeit nimmt bei der GIZ eine zentrale Rolle ein. Insbesondere der Dialog mit unseren vielfältigen Stakeholdern ist geprägt von den Themen der Agenda 2030. Die interne wie externe Kommunikation unserer  Unternehmensstrategie und darin enthaltenen Nachhaltigkeitsziele gegenüber unseren Stakeholder­gruppen ist für uns von besonderer Relevanz“. Dr. Frank Simon, Vorstandsmitglied des DNWE, wies in seiner Begrüßung auf die Bedeutung von Standards für die Berichterstattung hin und betonte die Notwendigkeit der engen Verzahnung von CSR-Kommunikation und CSR-Management. Er spannte damit den Bogen für die nachfolgenden Vorträge, die sich mit den Themen integrierte Berichterstattung, CSR-Berichterstattung und  kommunikative Wirkung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) sowie dem Nachhaltigkeitsmanagement der GIZ beschäftigten.

 

GIZ: Bestandsaufnahme - der Weg hin zur integrierten Berichterstattung

„Ökologische und soziale Dimensionen sind bei der GIZ in die Geschäftsprozesse des Unternehmens integriert. Deshalb war es für uns als GIZ konsequent, dem Leitbild der integrierten Berichterstattung zu folgen“, erläuterten Kerstin Rapp und Jörg Hilger, Unternehmenskommunikation der GIZ. „Wir ergänzen die drei klassischen Dimensionen der Nachhaltigkeit bei der GIZ noch um eine vierte, die Dimension politische Teilhabe“, so Valentin Dyckerhoff, in der Stabsstelle Unternehmensentwicklung zuständig für die Nachhaltigkeitsberichter­stattung der GIZ. „Hiermit wollen wir die Bedeutung der Einbindung unserer Stakeholder sowie den Stellenwert von Gleichstellung und Inklusion in der Arbeit GIZ herausstellen und auch dem politischen Kontext unserer Arbeit Rechnung tragen. Die Herausforderungen liegen vor allem darin, die relevanten Reporting-Standards intelligent zu nutzen, um die für unsere Stakeholder relevanten Informationen in gebotener Kürze lesefreundlich und transparent darzustellen“, so Valentin Dyckerhoff und Kerstin Rapp. Aus diesem Grund wird sich die GIZ noch stärker auf wesentliche Themen fokussieren und Hintergrundinformationen oder Indizes für die verschiedenen Berichtsstandards auf eine neue Microsite im Internet verlagern.

Als Bundesunternehmen ist die GIZ besonders den Werten des Grundgesetzes verpflichtet und setzt sich sowohl im eigenen Unternehmen als auch in den von ihr betreuten Projekten für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 ein. Valentin Dyckerhoff und Winfried Mengelkamp von der Stabsstelle Unternehmensentwicklung der GIZ veranschaulichten eindrucksvoll die Organisation des Nachhaltigkeitsmanagements bei der GIZ, das direkt an die Vorstandssprecherin berichtet. Ein Tool, mit dessen Hilfe die vier Nachhaltigkeitsdimensionen an allen Standorten analysiert und neue, standortspezifische Ziele definiert werden, ist der eigens entwickelte „Corporate Sustainability Handprint“. Das Auditorium zeigte besonderes Interesse für das von den beiden Referenten vorgestellte Verfahren des Stakeholder-Dialogs, der zunächst auf der Basis eines Web-Tools mit 160 Personen geführt wurde. Die sich hieraus ergebenden Erkenntnisse wurden anschließend in einem Stakeholder-Tag in intensiven Diskussionen nochmals vertieft.

 

Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK): Hohe Sichtbarkeit für Unternehmen

Tabea Siebertz, wissenschaftliche Referentin des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE), stellte den vom RNE initiierten Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) vor – einen ihrer Darstellung zufolge vergleichsweise einfach umsetzbaren Standard für die Berichterstattung nicht-finanzieller Informa­tionen. Tabea Siebertz erläutert in ihrem Vortrag die wesentlichen Elemente und Auswirkungen der seit Anfang des Jahres bestehenden CSR-Berichtspflicht sowie die Chancen, die der DNK mit der Entsprechungserklärung und der Eintragung in die öffentlich zugängliche Datenbank für die Kommunikation der Unternehmen mit ihren Stakeholdern bietet. Der nach dem „comply or explain-Ansatz“ aufgebaute Berichtsstandard beschränkt sich auf vier Bereiche (Strategie, Prozess­management, Umwelt und Gesellschaft) und entspricht den derzeit im Rahmen des Gesetzes­entwurfes formulierten Anforderungen an die CSR-Berichterstattung. „Der DNK ist ein niedrigschwelliges Angebot zur Erfüllung der CSR-Berichtspflicht und setzt Schwerpunkte in der Vergleichbarkeit der CSR-Leistungen unterschiedlicher Unternehmen“, erläuterte Tabea Siebertz. Dies werde z. T. durch von Verbänden entwickelte branchenspezifische Erweiterungen gefördert. „Durch den Eintrag in die Datenbank des DNK und die begleitende Kommunikationsarbeit u.a. in sozialen Medien hat sich die Sichtbarkeit derjenigen Unternehmen, die nach dem DNK berichten, deutlich erhöht. Zugleich ist der Aufwand der Berichterstattung nach dem DNK für Unternehmen vergleichsweise gering“, so Tabea Siebertz.

 

Nächste Termine des AK CSR-Kommunikation

Die nächsten Termine des AK CSR-Kommunikation von DNWE und DPRG stehen bereits fest:

Juni 2017: Treffen des AK am 22. Juni 2017 im Rahmen des DNWE Business Ethics Summits in Darmstadt in den Räumlichkeiten der Schader-Stiftung. Im Anschluss an die AK-Sitzung besteht die Möglichkeit der Teilnahme an der Abendveranstaltung der DNWE- Tagung, auf welcher Constanze Kurz vom Chaos Computer Club zu den Herausforderungen der Digitalisierung sprechen wird.

9. und 10. November 2017: Eine Sitzung des AK wird im Vorfeld des 2. Deutschen Kommunikationskongresses in Osnabrück stattfinden.

Veranstalter

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